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Hermannskogel:
Wienerwald-Wanderung innerhalb der Wiener Stadtgrenzen
Hermannskogel Abbildung 1
Abb. 1

Die Bewohner der österreichischen Bundeshauptstadt Wien müssen für eine schöne Tour nicht weit fahren. Sogar innerhalb der Stadtgrenzen kann man im Wienerwald einiges an Höhenmetern erwandern. So zum Beispiel, wenn man im Nordwesten von Wien den höchsten Berg der Stadt, den Hermannskogel (542 m, Abb. 1), besteigt. Bei unserem nachfolgenden Wandertipp, der vom Parkplatz bei der Michaelerwiese (ca. 325 m) über den Michaelerberg (387 m) und den Dreimarkstein (454 m) mit zahlreichen Gegensteigungen beim Hin- und Retourweg zur Habsburgwarte auf dem Hermannskogel führt, muss man nicht nur über 550 Hm bewältigen, man genießt auch immer wieder schöne Ausblicke auf die Stadt und kann sich in mehreren Gasthäusern unterwegs stärken.

Unsere Wienerwald-Wanderung startet am Parkplatz bei der Michaelerwiese, die traditionell im Winter zum Rodeln genützt wird und von der Richtung Norden unsere erste Erhebung, der Michaelerberg (Abb. 2), gut zu sehen ist. Man kann sowohl von Neuwaldegg als auch von Pötzleinsdorf mit dem PKW zum mit einem Schranken geteilten Parkplatz fahren. Wer öffentlich anreist (von Neuwaldegg: Straßenbahnlinie 43 und dann mit Bus 43A, von Pötzleinsdorf: Straßenbahnlinie 41 und dann mit Bus 41A), muss jeweils noch einen kurzen Spaziergang zum Ausgangspunkt machen. Am höchsten Punkt der Zufahrtsstraße von Pötzleinsdorf zweigt etwas oberhalb des Restaurants Steirerstöckl ein grün markierter Weg Richtung Norden ab. Auf diesem geht es Richtung Nordwesten bis knapp unterhalb des Gipfels des Michaelerbergs aufwärts. Dann wendet sich der Weg halb links Richtung Westen und führt wieder mäßig steil abwärts. Nach einer Rechtskurve – nun kurz Richtung Norden und dann wieder Richtung Westen – geht es steiler hinunter, bis wir auf einen parallel zur Wiener Höhenstraße verlaufenden Weg stoßen, in den wir rechts einbiegen. Mit einer kleinen Gegensteigung und ein paar Stufen gelangen wir dann endgültig zur stark befahrenen Höhenstraße, die von uns gequert wird.

Auf einem von Bäumen flankierten, weiterhin grün markierten Weg wandern wir nun am Rand von Wiesengelände Richtung Norden dem Dreimarkstein (Abb. 3) entgegen. Nachdem wir durch eine Unterführung die Höhenstraße ein zweites Mal gequert haben, geht es durch die Siedlung Waldandacht weiter aufwärts. An ihrem oberen Ende zweigen wir links auf den Waldrandweg ab, den wir gleich wieder rechts verlassen. Mit wenigen Schritten gelangen wir ins Waldgelände und zur schönen Kapelle Waldandacht (Abb. 4). Auf dem grün markierten Weg wartet nun ein steiler Aufstieg auf uns, bis wir nach einer weiteren Unterführung der Höhenstraße rechts in einen breiten Wanderweg einbiegen. Auf diesem geht es Richtung Osten in ein paar Minuten zum links vom Weg liegenden höchsten Punkt des Dreimarksteins und zum Gasthaus Häuserl am Roan, von dem man einen großartigen Wienblick (Abb. 5) genießt.

Wieder Richtung Norden wandern wir nun auf breitem Weg in etwa 15 Minuten mäßig steil abwärts zum Gasthaus Grüass-Di-a-Gott-Wirt (373 m, Abb. 6), das sich am Fuße des Hermannskogels befindet und zu dem wir nach Querung der Straße, die nach Klosterneuburg führt, vom Ausgangspunkt nach 1,0–1¼ Stunden gelangen. Entweder auf dem grün markierten, asphaltierten Weg entlang von Parkplätzen und von großflächigem Wiesengelände oder mit Ortskenntnis über die links vom Gasthaus liegende Wiese (Abb. 7) vorbei am Kinderspielplatz und dann über eine Waldschneise, nach der man wieder auf den breiten, markierten Weg trifft, geht es mit einem langgezogenen Linksbogen im Wald steiler werdend aufwärts. Nach etwa 15 Minuten vom Grüass-Di-a-Gott-Wirt zweigt rechts ein breiter, unmarkierter Weg ab, in den wir einbiegen. Zu Beginn mäßig steil ansteigend und dann flach wandern wir in 15 Minuten unterhalb des Gipfels des Hermannskogels von dessen Südwestseite zur Südostseite. Kurz nachdem wir bei einer Messstation vorbeigekommen sind, biegen wir links in einen aufsteigenden Weg ab. Auch von hier genießt man einen schönen Wienblick (Abb. 8). Über einen breiten, bewaldeten Bergrücken wandern wir jetzt auf einem etwas steinigeren Steig – nur am Ende etwas steiler – in ungefähr 10 Minuten Richtung Westen hinauf zur Habsburgwarte (Abb. 9), die auf dem Gipfel des Hermannskogels steht. Für den gesamten Aufstieg vom Ausgangspunkt, bei dem wir etwa 400 Hm bewältigt haben, benötigt man ungefähr 1¾–2,0 Stunden.

Leider kann man die Warte nur an Wochenenden (ca. April bis November) besteigen. Von ihr genießt man einen großartigen Rundblick: Im Südosten (Abb. 10) sieht man große Teile des Stadtgebiets von Wien, im Südwesten (Abb. 11) und Westen (Abb. 12) den südlichen Wienerwald, die niederösterreichischen Voralpen und im Hintergrund den Schneeberg (2.076 m), im Nordwesten (Abb. 13) den nördlichen Wienerwald und das Tullnerfeld und im Nordosten (Abb. 14) Klosterneuburg.

Zum Abstieg geht es über einen etwas steinigen Weg Richtung Westen abwärts zu einer Wiese (Abb. 15) und dann auf einem breiten, grün markierten Weg mit einem langgezogenen Linksbogen in ungefähr 20–25 Minuten wieder abwärts zum Gasthaus Grüass-Di-a-Gott-Wirt. Bleibt man dabei im letzten Teil auf dem markierten Weg – man könnte natürlich wieder die Abkürzung über die Wiese nehmen – genießt man Richtung Osten (Abb. 16) über großflächiges Wiesengelände einen schönen Blick zum Vogelsangberg (516 m), zum Fernsehsender auf dem Kahlenberg (484 m) und zum Latisberg (492 m) oberhalb des Cobenzls. Auf bekanntem Weg geht es vom Grüass-Di-a-Gott-Wirt in 20 Minuten wieder aufwärts zum Häuserl am Roan (Abb. 17).

Wir verlassen unseren Aufstiegsweg und wandern hier schon Richtung Süden, entweder auf dem markierten Weg mit Stufen zu einer Unterführung unter der Höhenstraße oder auf einem Pfad am rechten Rand einer Wiese – nochmals den Traumblick auf Wien (Abb. 18) genießend –, der bald wieder in den markierten Weg mündet. Bei einer Gabelung halten wir uns rechts und steigen steil durch Waldgelände nach Salmannsdorf ab, wo wir links auf eine asphaltierte Straße abbiegen. Zuerst auf der Nordseite in der Salmannsdorfer Straße und dann rechts auf der Ostseite in der Keylwerthgasse geht es vorbei an der American International School (Abb. 19). Am Weg in der Keylwerthgasse abwärts ist der Michaelerberg (Abb. 20) vor uns sichtbar, den wir nochmals – diesmal von der Nordseite – besteigen werden. Ein paar Schritte nach der Abzweigung der Hameaustraße links, über die man in wenigen Minuten zur Buslinie 35A absteigen könnte, haben wir bei der Kreuzung mit dem Sommerhaidenweg nach rund 15–20 Minuten vom Häuserl am Roan den Sattel (ca. 315 m) zwischen Dreimarkstein und Michaelerberg erreicht.

Kurz geht es geradeaus weiter in der Keylwerthgasse, dann zweigt nach einer Rechtskurve links ein markierter Weg ab, den wir aber gleich wieder links verlassen. Über einen breiten Weg geht es nun im Waldgelände mit einem Rechtsbogen vorbei an einem hölzernen Kruzifix (Abb. 21) Richtung Süden den Michaelerberg aufwärts. Da es hier im dichten Wegenetz keine Markierungen gibt, ist Orientierungssinn gefragt. Oben angekommen, biegen wir rechts in einen breiten, querenden Weg ein, den wir aber gleich wieder links verlassen. Hier wandern wir abwärts und biegen bald schon links in den grün markierten Weg ein, den wir am Anfang unserer Wanderung bereits aufgestiegen sind. Nach ein paar Minuten kommen wir wieder zum Restaurant Steirerstöckl und von diesem rechts zu unserem Ausgangspunkt, den wir vom Hermannskogel nach 1¼–1½ Stunden erreichen.

HM/Zeit:
Vom Parkplatz bei der Michaelerwiese über den Michaelerberg und den Dreimarkstein mit zahlreichen Gegensteigungen beim Auf- bzw. Abstieg etwas über 550 Hm in ungefähr 1¾–2,0 Stunden (Aufstieg) bzw. in ca. 1¼–1½ Stunden (Abstieg).
Zeitraum:
fast ganzjährig (je nach Schneelage)
Anforderungen:
Kurze, technisch einfache, familienfreundliche und nur beim Auf- bzw. Abstieg des Dreimarksteins steile Wanderung auf meist breiten, gut begehbaren Wegen und Steigen. Die oft lehmigen Steige im Wienerwald können bei Nässe rutschig sein! Im dichten – teils markierten, teils unmarkierten – Wegnetz im Wiener Teil des Wienerwaldes ist an manchen Stellen Orientierungssinn hilfreich.
Highlights:
Wundervolle, abwechslungsreiche Landschaft (Wald und Wiesen) des Wienerwaldes; Wien-Blick von der Habsburgwarte und auch unterwegs, Kapelle Waldandacht
Anfahrt:
Von Wien-Pötzleinsdorf über die Pötzleinsdorfer Straße entlang des Pötzleinsdorfer Schlossparks und vorbei am Restaurant Steirerstöckl zum Parkplatz vor einem Schranken am Fuße der Michaelerwiese fahren. Von Neuwaldegg über die Neuwaldegger Straße und die Geroldgasse zum Parkplatz vor einem Schranken am Fuße der Michaelerwiese fahren.
Einkehr:
Restaurant Steirerstöckl, GH Häuserl am Roan, Gasthaus Grüass-Di-a-Gott-Wirt
Koordinaten Ausgangspunkt:
Referenzsystem ETRS89
Geogr. Länge/Breite: 16°17'30''/48°14'34''
Rechtswert (UTM): 595903 m (Zone: 33 N)
Hochwert (UTM): 5344098 m (Zone: 33 N)
BEV Plan:
ÖK50/5319
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